Zum Stierkampf nach Barcelona
| Becker, Jan Lukas | M | 1993 | Halbmarathon | 1:01:20 | Platz 18 |
Barcelona, 15.02.2026 Am vergangenen Sonntag fand in Barcelona/ Spanien der „Hyundai Mitja Marató“ statt – einer der schnellsten Straßenläufe der Welt über die Halbmarathon-Distanz. Aktuell mehr denn je in aller Munde, da der im letzten Jahr dort aufgestellte Fabelweltrekord von Jacob Kiplimo (56:42min.) aufgrund von Verstößen gegen die Wettkampfregeln jüngst nicht anerkannt wurde. Das Führungsfahrzeug fuhr offensichtlich zu nah vor dem Läufer aus Uganda, und verschaffte ihm so nach Ansicht der Regelhüter einen unerlaubten Vorteil.
Dass man trotz strikter und konsequenter Regelauslegung in Kataloniens Hauptstadt schnell rennen kann, davon wollte sich bei der diesjährigen Ausgabe auch LSG-Langstreckler Jan Lukas Becker überzeugen. Schon Ende Januar dem kalten Winterwetter in der Heimat zugunsten sonnigerer Temperaturen ins Trainingslager in Santa Pola an der spanischen Costa Blanca entflohen, ging es freitags mit dem Flieger nach Barcelona, bevor sonntags morgens bei nahezu perfekten Wetterbedingungen der Startschuss fiel.
Trotz eines Startplatzes im sub-Elite-Block, ging das Rennen für Jan Lukas eher sub-optimal los. Nur wenige Sekunden nach dem Startschuss kam er im dichten Getümmel zu Fall und fand sich statt in voller Fahrt auf dem Boden der katalonischen Tatsachen wieder. Mit viel Glück im Unglück konnte er sich aber schnell abrollen und wieder auf die Füße kommen, um die Verfolgungsjagd zurück zur Rennspitze zu starten. Und tatsächlich war nach knapp einem Kilometer der Anschluss an die Gruppe wiederhergestellt und nach einem weiteren Kilometer eine gute Position gefunden. Trotz Adrenalinschub und Aufholjagd passierte Jan Lukas in einer knapp fünfzehn Mann starken Gruppe die 5km-Marke in den angepeilten 14:45 Minuten. Als aber nach knapp 7 Kilometern das Tempo etwas einzuschlafen drohte, nahm Jan Lukas das Heft des Handelns selber in die Hand und startete eine weitere Aufholjagd auf die nächst-schnellere Gruppe vor ihm. Nach geglücktem Anschluss sollte sich der zu zahlende Preis aber bei der nächsten Zwischenzeit zeigen: 28:53min. bei 10km – ein Höllentempo!
In einer sehr guten Gruppe mit u.a. Hassan Chahdi (FRA, 10km in 27:44min. und Marathon in 2:07:30h) und Mahamed Mahamed (GB, Marathon in 2:07:05h), konnte Jan Lukas bis KM18 gut mithalten, bevor er schlussendlich die weitaus leistungsstärkeren Athleten etwas ziehen lassen musste. Ab nun alleine im Wind, konnte er trotzdem sein Tempo gut halten, und als eine kleinere Gruppe bei KM20 von hinten heranrollte, nochmal Fahrt aufnehmen. Geschenkt, dass er sich auf der Zielgerade dem britischen Rekordhalter über 10km Joseph Wigfield (10km in 27:38min.) um eine Sekunde geschlagen geben musste.
Nach 21,0975km überquerte Jan Lukas die Ziellinie als Gesamt-18. in sensationellen 1:01:20h – persönliche Bestleistung um 2 Minuten(!!) verbessert, die eigene Rekordmarke als schnellster gebürtiger Saarländer weiter nach oben geschraubt, und als Sahnehäubchen obendrauf nur hauchdünn an den Top 10 der Ewigen Deutschen Bestenliste vorbeigeschrammt (zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht offiziell aktualisiert Platz 11). Ein wahrer Torero!
Link zur Ergebnisliste:
https://www.mitjamarato.barcelona/es/soy-corredor-a/resultados/